{"id":946,"date":"2021-02-18T09:29:55","date_gmt":"2021-02-18T09:29:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/?page_id=946"},"modified":"2021-03-14T18:18:44","modified_gmt":"2021-03-14T18:18:44","slug":"monat-1-november-2020","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/?page_id=946","title":{"rendered":"Monat 1 &#8211; November 2020"},"content":{"rendered":"<p>Die ersten paar Tage nach der OP lag ich auf der Transplatiertenstation noch Intensiv, konnte aber nach drei Tagen schon aufstehen und ein paar Schritte gehen.<\/p>\n<p>Das ist schon heftig, wie einen eine solche OP umhaut. Eine Woche vorher war ich noch auf dem Gamsjoch, 1300hm und 10 km Strecke, und jetzt schaff ich es grad mal den Statationsgang ein Mal auf und ab zu laufen. Und das nur mit je einer Schwester links und rechts zum St\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Niere hat sofort entw\u00e4ssert, die Entgiftung lie\u00df aber noch auf sich warten. Zumindest blieben die Werte, wenn auch hoch, stabil. Ein Gl\u00fcck war, dass ich, als ich den Intesivbereich verlassen konnte, ein Einzelzimmer bekommen habe.<br \/>\nDie erste Woche war schon ein echtes Elend und da ist es angenehmer, wenn man seine Ruhe hat.<br \/>\nIch schaffte es nicht mal mir Grizzy und die Lemminge anzuschauen, das war mir schon zu anstrengend.<br \/>\nAb der zweiten Woche ging es langsam bergauf. Ich wurde immer mobiler, es war aber alles noch ziemlich anstrengend.<\/p>\n<p>Da das Mineralwasser dort ziemlich greislich schmeckte und ich ja viel trinken mu\u00dfte, was mir nach 7 Jahren m\u00f6glichst wenig trinken etwas schwer fiel, lie\u00df ich mir Wasser und Spezi von Raphael vorbeibringen. Spezi konnte ich ja jetzt auch wieder ohne schlechtes Gewissen trinken.<br \/>\nNat\u00fcrlich galt, wegen Corona, ein Besuchsverbot und Raphael mu\u00dfte das Wasser und den Spezi an der Stationst\u00fcre abgeben. Als er da war hat eine Schwester gesagt, ich solle mal ums Eck kommen und &#8222;Hallo&#8220; sagen. Mein Zimmer war das Erste zur Stationst\u00fcr. Das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Auf sp\u00e4tere Nachfrage meine er, mein Anblick sei erschreckend gewesen.<\/p>\n<p>Mitte der zweiten Woche wurde auch der Blasenkatheter gezogen und ich konnte nach 7 Jahren das erste Mal wieder zur Toilette zum Biseln gehen. Vorbei waren die Zeiten, wo ich den ganzen Tag im Bierzelt h\u00e4tte sitzen und trinken k\u00f6nnen ohne ein Mal aufstehen zu m\u00fcssen. \ud83d\ude09<br \/>\nDa meine Blase sieben Jahre lang nichts mehr zu tun hatte mu\u00df sie jetzt wieder lernen, dass es mit der Faulenzerei vorbei ist. So mu\u00dfte ich gef\u00fchlt alle halbe Stunde zur Toilette, auch Nachts.<\/p>\n<p>An Medikamenten habe ich vermutlich alles bekommen, was die Krankenhausapotheke so im Portfolio hat. War der eine Tropf gerade leer, kam schon der N\u00e4chste. Gern auch Mehrere gleichezeitig. \ud83d\ude09<br \/>\nLeider durfte man die Station wegen der anrollenden zweiten Corona Welle nicht verlassen, daher konnte ich nur auf dem Flur der Station Auf- und Abgehen. Das war ziemlich \u00f6de und wie im Gef\u00e4ngnis, nur dass man sich in der Dusche gefahrlos nach der Seife b\u00fccken konnte.:-)<\/p>\n<p>In der zweiten Woche hat die Niere auch angefangen zu entgiften, sicherheitshalber wurde vorher noch eine Biopsie gemacht um eine eventuelle Absto\u00dfung rechtzeitig zu erkennen, da es mit dem Einsetzen der Entgiftung doch etwas gedauert hatte.<br \/>\nDas Ergebnis war jedoch negativ, Gott sei Dank.<br \/>\nSo ging es mir jeden Tag besser und h\u00e4tte nach zwei Wochen schon Heim k\u00f6nnen, wenn die Entgiftung fr\u00fcher angesprungen und die Werte besser gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Da schon feststand, dass ich am 24.11. zur Anschlu\u00dfheilma\u00dfnahme nach Bad Heilbrunn gehe, wollte ich vorher unbedingt noch zum Friseur. Ich hatte einen Termin f\u00fcr den 31.10. gehabt, den ich nat\u00fcrlich nicht wahrnehmen konnte und so war ich schon sechs Wochen ohne Haar- und Bartschnitt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_964\" aria-describedby=\"caption-attachment-964\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" class=\"size-full wp-image-964\" srcset=\"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587.jpg 1160w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587-769x1024.jpg 769w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587-768x1022.jpg 768w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Grosshadern-e1614548162587-1154x1536.jpg 1154w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-964\" class=\"wp-caption-text\">Zwei Wochen nach der OP und sechs Wochen ohne Friseur<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich wollte aber nicht mit meiner noch sehr hohen Immunsuppression zu meinem Stammfriseur in die feuchtwarme coronageschw\u00e4ngerte Ladenluft, der auch noch eine Maskenbefreiung hat. So suchte ich \u00fcbers Internet einen Barbier, den ich anmailen und meine Situation schildern kann, sodass ich im besten Fall einen Einzeltermin bekomme.<br \/>\nAnrufen und meine Geschichte erz\u00e4hlen kam f\u00fcr mich nicht in Frage. Daf\u00fcr ist es in den L\u00e4den immer zu hektisch. Und ich wollte auch nicht zu einem Wald und Wiesen Frisuer, der mir am Ende noch den Bart verpfuscht, den ich so m\u00fchsam habe wachsen lassen.<br \/>\nEs war aber garnicht so einfach da Einen zu finden, ich habe nur das Barber House in M\u00fcnchen gefunden, das eine Webseite und dort eine E-Mailadresse angegeben hat.<br \/>\nSo schrieb ich gleich eine Mail und habe meine Thematik geschildert.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wurde ich auch schon von Alexander angerufen und hatte ein sehr nettes Gespr\u00e4ch. Er kennt sich mit Dialyse und dem Drumherum etwas aus und hatte daher Verstandnis f\u00fcr mein Anliegen. So bekam ich einen Termin f\u00fcr den 24.11. in der Fr\u00fch, zu dem ich mit dem Barbier allein im Laden bin.<br \/>\nEin Top Service mu\u00df ich sagen.<\/p>\n<p>Am Freitag, den 20. November waren die Werte dann so gut, dass ich endlich nach Hause durfte.<br \/>\nMir ging es auch ausgesprochen gut und war froh wieder daheim zu sein.<\/p>\n<p>Alles in Allem mu\u00df ich sagen, dass ich in Gro\u00dfhadern von den \u00c4rzten und Pflegepersonal sehr gut betreut wurde. Nach meinen Erlebnissen im Rechts der Isar als ich nach 2 Jahren PD in 2013 die Ausscheidung verlor war ich froh nach Gro\u00dfhadern gewechselt zu haben.<br \/>\nNat\u00fcrlich ohne zu wissen, wie die Transplantation im Rechts der Isar dann tats\u00e4chlich gelaufen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Bei allem was ich nun au\u00dfer Haus tun wollte, vor Allem Einkaufen f\u00fcr den dreiw\u00f6chigen Aufenthalt in Bad Heilbrunn zur Anschlu\u00dfheilma\u00dfnahme, mu\u00dfte ich das mit dem Bieseln gut timen, dass ich nicht unterwegs auf irgendeine \u00f6ffentliche und versiffte Toilette mu\u00dfte. <\/p>\n<p>Auch auf das p\u00fcnktliche nehmen der Immunsuppressiva und der vielen vielen anderen Tabeletten mu\u00dfte ich achten. An der Dialyse hatte ich, au\u00dfer Phosphatbinder, gar keine Medikamente mehr. Das war schon eine Umstellung.<br \/>\nUnd jetzt geht vielleicht nicht mal nur kurz der Blutdruck hoch, wenn ich die vergesse, sondern ich richte dann durchaus Schaden am Organ an.<\/p>\n<p>Am 24. November, nach meinen Termin beim Barbier &#8230;<br \/>\n<figure id=\"attachment_972\" aria-describedby=\"caption-attachment-972\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier.jpg\" alt=\"Beim Barbier\" width=\"300\" height=\"400\" class=\"size-full wp-image-972\" srcset=\"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier.jpg 1202w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier-769x1024.jpg 769w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier-768x1022.jpg 768w, https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/BeimBarbier-1154x1536.jpg 1154w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-972\" class=\"wp-caption-text\">Der Barbier hat ganze Arbeit geleistet<\/figcaption><\/figure><br \/>\n&#8230; ging es direkt nach Bad Heilbrunn auf Anschlu\u00dfheilbehandlung.<\/p>\n<p>In Bad Heilbrunn angekommen drehte sich erstmal alles um Corona, Schnelltest, Hinweis auf Maskenpflicht und Besuchsverbot.<br \/>\nIch habe dort vom ersten Tag an jede freie Stunde genutzt um in Richtung Berge raus zu gehen. Ich wollte den Memory Effekt der Muskeln ausnutzen um schnell wieder zu Kr\u00e4ften zu kommen. Die sportlichen Anwendungen haben mich selbst erst dreieinhalb Wochen nach der OP nicht wirklich gefordert.<\/p>\n<p>Am letzten Novemberwochenende, vier Wochen nach der OP, habe ich schon die ersten 450 hm am St\u00fcck Richtung Blomberg gemacht. Von Bad Heilbrunn aus ist das \u00fcber den Stallauer Berg ziemlich weit zu laufen.<\/p>\n<p>Ich darf bis sechs Monate nach der OP nur Forstwege gehen, da die Niere erst noch einwachsen mu\u00df.<br \/>\nDa bot sich der Blomberg als ersten Gipfel nach der OP sehr gut an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Die ersten paar Tage nach der OP lag ich auf der Transplatiertenstation noch Intensiv, konnte aber nach drei Tagen schon aufstehen und ein paar Schritte <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/?page_id=946\" title=\"Monat 1 &#8211; November 2020\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template-full.php","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-946","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=946"}],"version-history":[{"count":31,"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1016,"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/946\/revisions\/1016"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.meinedialysereisen.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}